Psychomotorik-Gruppe im Kindergarten St. Hedwig
Geduldig wartet der Stoffaffe Charlie, bis die Kinder der Psychomotorik-Gruppe im Kindergarten St. Hedwig in Alfhausen ihr Aufwärmlied beendet haben. Schon dabei wird klar, worum es in dieser Gruppe geht. Jedes einzelne Körperteil hat eine Strophe, wozu entsprechend Arme, Beine, Kopf und Rumpf bewegt werden.
Körpererfahrung und Eigenwahrnehmung werden spielerisch trainiert, motorische Schwächen und Unsicherheiten durch Übungen ausgeglichen. Übungen? Für Jan, Bennett, Paulina, Lucas, Maria und Paul sind es Singspiele und Abenteuergeschichten, die sie in dieser frühen Stunde am Mittwochmorgen erleben dürfen. Sie erleben sie tatsächlich mit allen Sinnen auf dem Parcours, den Maren Nohl, Ergotherapeutin der Praxis Gramann und Lüns und Sonja Thole-Elschen, Heilpädagogin des Kindegartens im Bewegungsraum aufgebaut haben. Auf allen Vieren klettern die Kinder über eine schräg gestellte Leiter zur Sprossenwand, hangeln sich über die Seiltritte bis zu einem Eimer. Mit einer Hand halten sie sich fest, mit der anderen angeln sie kleine Holzautos aus dem Eimer. Dann geht es runter und im Balanceakt über einen Parcours aus bunten Sockeln. Vorsicht – nicht runterfallen – drum herum schwimmen Krokodile. Klar, nur in der Phantasie, aber die ist im Spiel mindestens genauso echt wie die Wirklichkeit. Durch eine aus Matten gebaute Höhlenkonstruktion krabbeln und robben die Kinder weiter. Dann werden die Spielzeug-Autos auf flache Holzklötze gesetzt, die natürlich Schiffe sind und vorsichtig über das schmale Brett einer umgedrehten Turnbank geschoben. Am Ende wartet Charlie und freut sich über die mitgebrachten Autos. Die kommen immer schneller, denn von Mal zu Mal bewegen sich die Kinder flinker durch den Parcours, fühlen sich sicherer in ihren Bewegungen. Es gibt viele solcher Spielgeschichten, in denen sich die Jungen und Mädchen aktiv bewegen, als Briefträger auf Rollbrettern etwa oder als Abenteurer im Dschungel. Seit mehr als einem Jahr gibt es die Psychomotorik-Gruppe jetzt im Kindergarten und die Kinder profitieren erkennbar davon, haben die beiden Fachfrauen festgestellt. Neben der Körpererfahrung setzen sich die Kinder durch ihre Bewegungsspiele auch bewusst mit den räumlichen Gegebenheiten, ihren Grenzen und Möglichkeiten auseinander. Außerdem fördert die Interaktion mit den anderen Kindern in der Kleingruppe die Sozialerfahrungen.















